Fünf Minuten und Sie wissen wie das mit den Systemen geht
Ab und an geraten Menschen in eine Sackgasse. Das können Situationen sein, in denen jemand - der an sich ein besonnener Mensch ist - in einer für ihn unverständlichen Weise auf ein Ereignis reagiert. Vielleicht mit Angst, Wut oder einem Gefühl der Machtlosigkeit. Hier scheinen Mechanismen am Werk zu sein, die schwer zu durchschauen sind.
Der englische Biologe Rupert Sheldrake hat in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts postuliert, dass es etwas wie ein globales Bewusstseinsfeld gibt. Und das alles mit allem über dieses Bewusstseinsfeld im steten Austausch steht.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen in einen Computerladen und kaufen sich eine Festplatte. 30 Gigabyte steht auf der Verpackung - genau das, was Sie brauchen. Zuhause stöpseln Sie die Platte an Ihren Rechner und klicken spasseshalber mal auf die Anzeige der Festplatten-Eigenschaften.
Das Erstaunen ist gross, denn 30 GB sind zwar sichtbar, doch 1.09 GB sind belegt.
Also zurück in den Laden und reklamieren. Schliesslich haben Sie ja 30 GB bezahlt. Nun ist heute das Glück auf Ihrer Seite und der Verkäufer versteht sein Handwerk. Er erklärt Ihnen geduldig, dass der Hersteller der Festplatte diese 1.09 GB mit Daten gefüllt hat, damit die Festplatte weiss, dass sie eine Festplatte ist. In diesem belegten Platz sind zum Beispiel Informationen, die die Disk braucht um Daten korrekt abzuspeichern. Und vieles mehr.
Was hat das nun mit Systemen und Bewusstseinsfeldern zu tun? In der systemischen Hypnose gibt es ab und zu Situationen, in denen Menschen sich an ihre eigene Zeugung erinnern. Tun wir mal für einen Moment so, als würden wir genau in dem Moment, indem das Spermium von Papa auf das Ei der Mutter trifft und so die erste unserer Zellen entsteht die "Festplatte" unseres Lebens in Empfang nehmen.
Es ist eine medizinisch unumstösssliche Tatsache, dass jeder von uns zu 50% Vater- und zu 50% Mutter-Gene in sich trägt. Die Gene der Mutter und des Vaters bestehen wiederum zu je 50% aus denen der Grossmutter und des Grossvaters mütterlicherseits und väterlicherseits. Und so setzt sich die ganze Gen-Reihe bis zu "Adam und Eva" fort. Es scheint zudem so zu sein, dass nicht nur biologische Fakten weitervererbt werden sondern in einer Art Archiv auch Erfahrungen, Lebensmuster der Vorfahren und vieles andere mehr.
Als Denkmodell sind diese Daten auf unserer "Festplatte" gespeichert und je nach Situation greift ein Teil unseres Unterbewusstseins in dieses Archiv und orientiert sich dort, was für Informationen zur Situation da vorhanden sind. Jetzt schliesst sich der Kreis: Passt ein Muster wie ein Schlüssel ins Schlüsselloch, so lässt uns "etwas" in uns möglicherweise so handeln, dass wir selber die Welt nicht mehr begreifen.
Das System der Familie ordnen
Der wohl bekannteste "System-Ordner" ist Bert Hellinger.
Vor ihm hat sich der Schweizer Professor Jürg Willi (ehemaliger Leiter der Psychiatrischen Uniklinik Zürich) mit systemisch-ökologischen Vernetzungen in der Paar-Beziehung beschäftigt und daraus eine eigene Therapieform entwickelt. Von Hellinger inspiriert, beginnt sich systemische Arbeit weltweit mehr und mehr zu verbreiten.
Einer der Kernsätze in Familiensystemen ist der, dass dieses System niemals verlassen werden kann. Denn durch die Geburt ist und bleibt man Mitglied seines Systems. Selbst wenn Familienmitglieder verstossen werden - ihre Zugehörigkeit zum Familiensystem kann ihnen niemand nehmen!
In der systemischen Aufstellung werden die Bewusstseinsfelder genutzt, um mit Stellvertretern Systeme abzubilden, deren Schwachstellen aufzudecken und Ordnung in das Ganze zu bringen.
Beeindruckend dabei ist der Umstand, dass die jeweiligen Stellvertreter genau das fühlen, was die "Originalperson" im Kontext des Themas auch fühlen würde.
Nun ist es im Coaching- und Therapie-Kontext nicht immer möglich, genügend Leute zusammenzutrommeln, um eine Live-Aufstellung zu inszenieren. In solchen Fällen leisten Figuren die Dienste der Stellvertreter. Durch die Arbeit mit den Figuren schlüpfen die Klientinnen und Klienten in deren Rolle und erzeugen so eine Bewusstseinsveränderung in Richtung einer leichten Selbsthypnose.
Immer wieder stellen wir bei der Arbeit mit Figuren fest, wie präzise die Klienten den Charakter der jeweiligen Stellvertretung erfühlen.
Das Angstmonster
Ein fünfjähriger Junge wacht jede Nacht auf - bedroht durch dunkle Schatten im Kinderzimmer. Alles gute Zureden der Eltern nützt nichts - der Junge schläft nicht mehr ein und die Eltern müssen ihn zu sich ins Schlafzimmer holen, damit er weiterschläft. Weder frür den Jungen, noch für die Beziehung der Eltern kann das ein Dauerzustand sein. Eine Spieltherapie bringt keine Besserung.
Der Junge wählt als Ausgangsbild eine Stellvertreter-Figur für sich, die Mutter und den Vater. Den Vater wählt er mit Schwert, damit er das Monster bekämpft. Zusätzlich wählt er einen Stellvertreter für das "Angstmonster".
Im Verlauf des Figurenspiels entwickelt sich aus den Dialogen und Aktionen die Erkenntnis, dass der Junge nicht damit umgehen kann, dass der Vater oft (aus beruflichen Gründen) längere Zeit abwesend ist und die Mutter wegen Ihres Berufes auch viel unterwegs ist.
Das Schlussbild zeigt den Jungen mit seinen Eltern im Rücken, die ihn beide stärken.
Als dieses Bild aufgebaut ist, hat der Junge den Stellvertreter für das Monster umgeschmissen und fröhlich erklärt: "Der ist jetzt tot!"
Nach wenigen Tagen beginnt der Junge durchzuschlafen.
Vater und Mutter haben zudem beschlossen ihre Zeit künftig so zu strukturieren, dass alle gemeinsam viel mehr unternehmen.
Mit Tetralemma auf höherer Ebene entscheiden - Privat und im Geschäftsumfeld
Oft gilt es, Entscheide zu fällen und scheinbar ist keine der Optionen, die Sie in Betracht ziehen, so richtig passend. Der Grund dafür liegt meistens darin, dass Ihnen zuwenig Informationen zur Verfügung stehen und Sie geraten im wahrsten Sinne des Wortes in ein Dilemma.
Eine Möglichkeit um die Palette der Optionen zu vergrössern ist, mit den Figuren aus dem Dilemma in ein Tetralemma - also zu fünf möglichen Entscheiden - zu gehen.
Dabei wird eine Figur für sich selbst gewählt - wir nennen Sie den "Fokus". Dann wählen Sie eine Figur (oder einen Gegenstand) für "Das Eine" und für "Das Andere".

"Entweder / Oder": Soweit sind Sie in Ihren Überlegungen wahrscheinlich schon gekommen doch oft hakelt es ab hier und alles Drehen und Wenden bringt keine gescheite Lösung.
Hier erweitern wir zusammen die Sicht der Dinge und sie werden jetzt als zusätzliche Optionen die Elemente "Beides" und "Keines von Beiden" sowie als weitere Möglichkeit nach Bedarf "Das 5. Element" wählen. Das 5. Element steht dabei für etwas ganz Neues - für Aspekte, die sich aus dieser Entscheidungsstrategie noch ergeben.
Unter jedes Element wird eine Karte mit dessen Möglichkeiten gelegt und zwar so, dass weder Sie als Klient noch ich als Coach wissen, welche Karte unter welcher Figur liegt.
Jetzt gehen Sie mit dem Fokus verschiedene Positionen ab und spüren dabei, was für Gefühle das in Ihnen auslöst.
Am Schluss decken wir die Karten auf und in den meisten Fällen zeigt sich eine Lösung mit grossem "Aha-Effekt", die sowohl für den Kopf wie auch den "Bauch" stimmig ist.